Das Dreiperiodensystem


Anfang des 19. Jahrhunderts führte der Däne Chr. L. Thomsen das Dreiperiodensystem ein, in der die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit als eigenständige Epochen herausgestellt wurden.

    Hinweis:
    Die Steinzeit ist ein, die gesamte Erde umfassendes Zeitalter, der Menschheitsgeschichte. Bezeichnend ist die vorwiegende Verwendung von Stein als Werkstoff. Die nachfolgenden Perioden beginnen in den einzelnen Weltteilen jeweils zu verschiedenen Zeiten. So breitet sich die Kupferherstellung und Verarbeitung vom vorderen Orient (ab dem späten 4. Jt. v. Chr.) bis nach SO- und Mitteleuropa aus. Die Ablösung durch die Bronze erfolgt ebenfalls zeitlich abweichend. Somit findet z.B. die Bronzezeit in Europa später statt, als im vorderen Orient oder in Ägypten.
  1. Die Steinzeit:

    Wie bereits erläutert ist die Steinzeit ein, die gesamte Erde umfassendes Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Bezeichnend ist die vorwiegende Verwendung von Stein als Werkstoff. Die Kupferzeit bildet den Übergang von der Steinzeit zur Bronzezeit.

    • Man unterscheidet zwischen der Altsteinzeit (Paläolithikum) und der Mittelsteinzeit (Mesolithikum). In beiden Abschnitten ist das Sammler und Jägertum die kennzeichnende Wirtschaftsform.

      • Die Altssteinzeit ist die älteste und längste Kulturperiode der vorgeschichtlichen Menschheit. Sie reicht von den ältesten, bewusst geformten Werkzeugen am Übergang vom Tertiär zum Quartiar (vor 2 Mio. Jahren), bis zum Ende der Eiszeiten vor 10.000 Jahren. Kennzeichnend für diese Zeit sind die Steingeräte. Zunächst zugeschlagene Gerölle, dann Fauskeile (zweiseitig behauene Steine und Abschläge), schließlich Werkzeuge aus Steinklingen.

        Die Mittelsteinzeit ist die Zeit zwischen Altsteinzeit und Jung-Steinzeit (etwa 8.000 bis 5.000 v.Chr.). Die Mittelsteinzeit beginnt nach dem Ende der Eiszeit, mit der Klimaerwärmung und Wiederbewaldung. Da die Umweltveränderungen in den Einzelnen Erdteilen in verschiedenen Perioden erfolgt, schwankt auch der Zeitraum der Mittelsteinzeit beträchtlich, ebenso der Übergang zu Ackerbau und Tierhaltung in der Jung-Steinzeit. Die Menschen in der Mittelsteinzeit waren Sammler und Jäger mit saisonal genutzten Wohnplätzen, oft an Gewässern. Zunehmende Bedeutung gewannen während der Mittelsteinzeit Fischfang und Jagt auf Meeressäuger, dazu das Sammeln von Muscheln. Der Hund wurde zum Haustier. Werkzeuge bestanden aus Mikrolithen (Feuersteingeräte), auch Großgeräten wie Kern- und Scheibenbeilen. Bekannt waren ferner Harpunen, Netze, Paddeln, Schlittschuhe und Schlittenkufen. Die Toten setzte man in Friedhöfen aus Einzel- oder Kollektivgräbern bei; auch Schädelbestattungen.

    • Die jüngste Periode dieser Epoche ist die Jung-Steinzeit (Neolithikum), etwa 4.000 bis 3.000 v.Chr.. Sie ist durch die bäuerliche Wirtschaftsform bestimmt.

      • Die Jungsteinzeit ist die jüngste der vormetallzeitlichen Kulturepochen. Im 19. Jahrhundert als das Zeitalter des geschliffenen Steins erkannt, wurde die Jungsteinzeit später noch mit Ackerbau und Tierhaltung verbunden. Da diese neuartige Wirtschaftsform auf der Erde zu verschiedenen Zeiten das ältere Jäger- und Sammlertum ablöste, schwanken die Zeitgrenzen der Jungsteinzeit beträchtlich. Früheste Zeugnisse (über Ackerbau und Tierhaltung) sind aus China und Vorderasien aus dem 7. Jahrtausend v.Chr. bekannt, allerdings noch ohne Keramik.

        Typisch waren überall ortsfeste dörfliche Siedlungen, die sich in Vorderasien rasch zu stadtartigen Gemeinwesen entwickelten. Gemeinsam ist den Kulturen der Jungsteinzeit ein religiöses Weltbild (vgl. auch die Schöpfung der Erde um 4.000 v.Chr. nach der Bibel), das sich in Vegetations- und Fruchtbarkeitsmythen äußert (Menschen- und Tierplastik).

        Die jüngeren Abschnitte der Jungsteinzeit waren teilweise von Kupfergegenständen geprägt. Man spricht deshalb auch von der Kupferzeit oder Chalkolithikum.

  2. Die Bronzezeit:

    Im Europa datiert diese Epoche zwischen dem Ende des 3. und dem Beginn des 1. Jahrtausends vor Christus (2.000 bis 1.000 v.Chr.), in der Bronze als eine Kupfer-Zinn-Legierung zum vorherrschenden Material für Metallgegenstände wurde.

    • Wie bereits beschrieben liegen die Wurzeln in der Jungsteinzeit, die in ihren jüngeren Abschnitten teilweise von Kupfergegenständen geprägt war.
       
    • In welchen Regionen der Alten Welt Bronzen zuerst bewusst hergestellt wurden, ist noch nicht völlig klar, da nicht immer zwischen natürlicher Beimengung und künstlicher Legierung unterschieden werden kann. Ohne Zweifel liegen frühe Zentren im Vorderen Orient und Kleinasien, in Mesopotamien, Anatolien und der Troas, aber auch in Europa selbst, wo in Böhmen, Mitteldeutschland, auf den britischen Inseln und in der Bretagne neben Kupfer- auch Zinnlagerstätten erreichbar waren.
       
    • Die größten Unterschiede zwischen den europäischen und den vorderasiatischen Bronzezeitkulturen liegen im Bereich der Schriftlichkeit und den mit ihr verbundenen Strukturen.
       
      • Nur dort, in Ägypten mit Hieroglyphen, im vorderen Orient mit Keilschrift und im Mittelmeergebiet (in der mykenischen Kultur in Linear B-Schrift, war man fähig zu schreiben.

        So wissen wir aus den, in den vorderasiatischen sowie minoischen und mykenischen Städten aufgefundenen Schriftarchiven, viele Details über staatliche, private und wirtschaftliche Vorgänge. Wir kennen aus ihnen die Namen der angebeteten Götter und die mit ihnen verbundenen Kulte.

        Palast und Tempel waren Machtzentren, von denen die übrige Bevölkerung, auch auf dem Land, abhängig war. Die mauerumgürteten Städte waren zudem in Funktionsbereiche gegliedert, so gab es neben den Bereichen der politisch-religiösen Zentralgewalten (Palast und Tempel) auch bestimmte Handelsbezirke und Wohnquartiere.

        Entsprechendes ist für das schriftlose Europa nur indirekt, d.h. aus dem archäologischen Fundstoff zu schließen.

    • Die Bronzezeit Deutschlands wird geläufig eingeteilt in eine
       
      • Früh-Bronzezeit (Ende 3./ Beginn 2. Jahrtausend bis 1.300 v.Chr.);

        eine Mittel-Bronzezeit (von 1.600 bis 1.300 v.Chr.);

        und eine Jung-Bronzezeit (1.300 v.Chr. bis 800 v.Chr.).

    • Charakteristisch für die Bronzezeit ist das arbeitsteilige Gewerbe (Handwerker und Händler), Ackerbau und Tierhaltung, im alpinen Bereich die Almwirtschaft, befestigte Siedlungen. Soziale Differenzierungen sind aus Grabbau und -beigaben erschließbar. In der Bewaffnung lösen Hieb- und Stichwaffen den Dolch ab. Künstlerische Äußerungen in Form von Felsbilder, Spiralornamente, Sonnenbilder, Rinder- und Vogelplastik, im Donauraum auch Menschenplastik.
       
  3. Die Eisenzeit:

    Die Eisenzeit war die auf die Bronzezeit folgende letzte große Epoche.
     
    • Sie umfasst den Zeitraum zwischen 800 v.Chr. und 100 v.Chr.. Kennzeichnend ist die allgemeine Verdrängung der Bronze durch Eisen für die Herstellung von Waffen und Geräten, selten auch Schmuck.
       
      • Man verwendete das Eisen, das man fand, darunter auch stark verunreinigten Raseneisenstein. Das Erz gewann man durch Sammeln und einfachen Tagbau, in Gebieten starker Erzvorkommen auch im Tiefbau (u.a. keltische Gruben in Frankreich, römische Bergwerke in Noricum, Dalmatien, Britannien u.a. Gebieten).

        Die Verwendung von Eisen vollzog sich allmählich, da die Eisengegenstände denen aus Bronze zunächst noch an Härte unterlegen waren. Doch konnte das Eisen, im Gegensatz zu Bronze, überall im Umkreis von 100 km gewonnen werden und bedurfte keines hochspezialisierten Bergbaus und einer so komplizierten Handelsorganisation wie bei Kupfer oder Zinn.

        Als seltenes und daher kostbares Metall diente Eisen seit ca. 1.500 v.Chr. als Schmuckmaterial. Erst seit 1.200 v.Chr. benutzte man es immer häufiger auch für Waffen und Geräte, u.a. auch in Vorderasien. Nach Vorderindien und China drang die Eisentechnik zwischen 500 und 300 v.Chr.. In Italien zählt u.a. die "Erste Kultur" und die "Villanova Kultur" zur Eisenzeit.

    • Zur Eisenzeit Europas zählen z.B. die Hallstatt-Zeit (800 bis 400 v.Chr.), die ebenfalls von den Kelten getragene Latene-Kultur sowie die römische Kaiserzeit.
       
    • Eisen war jahrhundertelang in den bronzezeitlichen Hochkulturen ein überaus wertvoller Werkstoff, aus dem vor allem auch Kulturgeräte hergestellt wurden. Ein Eisendolch wurde auch im Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamun (1.347 bis 1.337 v.Chr. gefunden). Erst ab etwa 1.000 v.Chr. war Eisen im Vorderen Orient weit verbreitet.
       




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